Chalet Chic TEXTUREN-MIX

Wie man sich seine ­Residenz in den Bergen kontemporär und doch wärmend chic ­gestalten kann, zeigt die Interior-Designerin Fiona Barratt Campbell. Ihre Art der Einrichtung funktioniert aber auch im Flachland. Als Inspiration gewährt sie einen Einblick in ihre Konzeption für das wochenweise mietbare Chalet «No. 14» in Verbier.

Ihre erste Chalet-Erinnerung?
Fiona Barratt Campbell: Ich habe die Gemütlichkeit von Chalets schon immer geliebt. Ich erinnere mich an das Feuer im Cheminée, gemütliche Holzwände und ­immer leckeres Essen. Und daran, dass die ­Gerichte in ebendieser, einen umhüllenden, wärmenden ­Gemütlichkeit des Chalets an kalten Wintertagen noch viel besser schmeckten.

Wie kam es, dass Sie Interior-Designerin wurden?
FBC: Ich habe mich schon früh für Einrichtungen und Architektur interessiert. Mein Grossvater (Gründer von Barratt Homes/Developments) war mein Vorbild, und das war neben meiner Leidenschaft für Design sicher mit ein Grund, dass ich diesen Beruf wählte.

Worauf achten Sie als Erstes, wenn Sie ein Haus oder einen Raum betreten?
FBC: Ich registriere immer sofort, wie sauber und aufgeräumt es ist. Wenn es richtig unordentlich und schlimmer, schmutzig ist, macht das auch die schönste Einrichtung nicht wett für mich.

Was wird Ihrer Meinung nach oft vernachlässigt beim Einrichten von Räumen?
FBC: Oft wird nicht genug Denkarbeit investiert, wie man das Potenzial eines Raums für die Bewohner optimal ausschöpfen kann. Vor allem wenn es darum geht, einem Raum Luft zu lassen. Wenn ich Räume einrichte, mache ich mir daher immer ein Bild davon, wo ich ihn frei halten will, um überall im Raum ein Gefühl von Atemfreiheit zu gewährleisten. Gleichzeitig soll man sich im Raum aber nie verloren, sondern – egal, wo man sitzt oder steht – aufgehoben fühlen.

Was war das Briefing für die hier gezeigten ­Räume, womit begannen Sie Ihre Komposition?
FBC: Der Kunde wollte, dass die Ein­richtung das casual-luxuriöse Gefühl eines Boutique-Hotels vermittelt, mit all den Annehmlichkeiten eines modernen Stadthotels. Gleichzeitig sollte man sich aber eben nicht in einem solchen, sondern in einem Ferienchalet, wie in seinem zweiten Zuhause fühlen. Ich habe mich als Erstes für eine Grundfarb­gebung entschieden, und zwar für Grau. Das mag erstaunen, aber Grau wird unterschätzt. Es hat naturgemäss ein riesiges Spektrum an Schattierungen und kann kalte und warme Farbtöne aufnehmen, und die lassen sich so problemlos kombinieren. Durch dieses subtile Schatten-Farbtöne-Spiel wirkt die Einrichtung immer elegant und modern. Gut zu erkennen etwa beim Holz an den Wänden, dass Grau eben nicht eintönig ist. Dann habe ich moderne Möbel mit archaisch anmutenden Stücken gemischt, so ­entsteht keine biedere, sondern eben eine moderne, frische Art von Rustikalität. Die Kombination von so unterschiedlichen roh belassenen und vom Menschen bearbeiteten – Custom-made-Stücke lasse ich von verschiedenen spezialisierten Manufakturen herstellen – Materialien wie Stein und Samt, rauem Holz und Lack, Leinen und Fell, Glattleder und Samt oder Keramik und Wildleder sorgen dafür, dass das Inte­rieur an Tiefe gewinnt. Dabei ist es wichtig, dass man dieses «wilde» Kombinieren sorgsam ­betreibt, so bleibt es natürlich.