Atelier Abraha Achermann Erfolg als Nebenprodukt

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Bauen ist ein langwieriger Prozess. «Einen Wettbewerb zu gewinnen ist das Eine. Das Andere ist die Volksabstimmung», erklärt Stephan Achermann von Abraha Achermann Architekten bei einem Gespräch in ihrem Atelier an der Bändlistrasse 29 in Zürich Altstetten. Doch da sie tun, woran Sie Freude haben, ist Erfolg nur ein Nebenprodukt auf ihrem Weg mit dem Ziel, gute Architektur zu schaffen. Er und Daniel Abraha lernten sich 2002 quasi beim ersten Anlass an der ETH kennen und entwickelten sich fortan zusammen weiter. Sie blieben selbst dann in regem Austausch, wenn sie mal nicht gemeinsam an einem Semesterentwurf feilten. Als sie am Ende des Studiums bei einem offenen Wettbewerb den fünften Platz gewannen, waren sie selbst erstaunt. Ihren Beitrag für die Erweiterung des Gästehaus ETH hatten sie lediglich in knapp zwei Wochen erarbeitet. «Dieses Erfolgserlebnis hat uns bestärkt auch in Zukunft gemeinsame Projekte zu realisieren.» Doch zuerst wollten sie Arbeitserfahrung sammeln. Daniel ging zu Buchner Bründler Architekten nach Basel, wo er neben Wettbewerben, auch zwei Innenausbau-Projekte in München und in Tokyo leiten durfte. Stephan brachte aus seiner Zeit als Hochbauzeichner und einem Praktikum bei Herzog und de Meuron diverse Arbeitserfahrungen mit. Diese setzte er bei mazzapokora Architekten nach dem Studium hauptsächlich für die Arbeit an Wettbewerben ein, sowie kleineren Umbauprojekten.
 

Die Realität als Schule

Den Startschuss für die Selbstständigkeit gab eine private Anfrage für zwei Mehrfamilienhäuser in der Zentralschweiz. Es war etwas enttäuschend, dass dieses äusserst komplizierte Projekt aus Kostengründen letztendlich nicht realisiert werden konnte, doch die beiden jungen Architekten sehen das positiv: «Gleich mit typischen Problemen konfrontiert zu werden, die der Beruf zu bieten hat, war auch eine gute Schule», reflektiert Daniel Abraha. Immerhin gewannen sie den Wettbewerb, an dem sie zur selben Zeit gearbeitet hatten: die Erweiterung des Gerichtshauses Münchwilen (siehe Bildgalerie). Dies ermöglichte den zweiten Schritt nach ihrer Selbstständigkeit: den, Mitarbeiter einzustellen und grössere Büroräumlichkeiten zu mieten. Gestartet waren sie 2010 mit 15 Quadratmetern im vierten Geschoss eines Bürohauses in der Zürcher Langstrasse. Ihre zweite Station, ein Ladenlokal mit Schaufenster in der Zurlindenstasse kam ihnen dagegen schon sehr viel grösser vor. Doch auch aus diesem Schuh waren sie schnell heraus gewachsen. Die dritte Station in Altstetten, die sie 2012 selbst umgebaut haben, (siehe Bildgalerie) bietet nun reichlich Platz. Den brauchen sie auch, denn die Erfolgsspirale dreht sich weiter: 2012 gewannen sie einen zweiten Wettbewerb für den Ersatzneubau der Alterssiedlung und Kindertagesstätte «Helen Keller» in Zürich-Schwamendingen (siehe Bildgalerie). Inzwischen beschäftigen sie fünf Mitarbeiter. Die sowohl mit ihrem Architekturverständnis und Fachwissen als auch ihrem Engagement und ihrer Motivation einen wichtigen Beitrag zur Realisierung leisten.Wir sind gespannt auf die Fertigstellung der Projekte.