Geigenbau HERRN RHONHEIMER GEHT EIN LICHT AUF

Michael Rhonheimer, Jahrgang 1955, ist ein Schweizer Geigenbauer. Weltweite Bekanntheit erlangte Rhonheimer im September 2009, als eine von ihm gebaute Geige bei einem Blindtest gegen eine Stradivari gewann. Rhonheimer fertigt etwa fünf Geigen pro Jahr. Ein Werkstattbesuch.

Das Merker-Areal im schweizerischen Baden ist ein Ort für Kreative. Atelierräume und Agenturen reihen sich aneinander und Ideenreichtum residiert hier in vielfältigster Form. Auch Geigenbauer Michael Rhonheimer hat hier sein Atelier, doch das ist weniger eine klassische Werkstatt, als viel mehr eine architektonische Meisterleistung auf 150 Quadratmetern. «Es ist wie eine Stadt, die verschiedene Häuser beherbergt», beschreibt Rhonheimer die Räumlichkeiten nach einem Konzept von Zulauf & Schmidlin Architekten. Die Fläche ist bestückt mit mehreren weissen, frei stehenden Kuben, von denen jeder seine Aufgabe hat. Öffnet man eine der optisch verborgenen Türen, so befindet man sich im Raum für Klanganalysen, in einer Werkstatt oder in der Lackierabteilung. Und wäre das alleine nicht schon genug zum Staunen, so hängen eine Reihe kostbarer Geigen kunstvoll von der Decke herab. «Die warten!» sagt Rhonheimer, deutet auf die Geigen und lächelt. Herr Rhonheimer tüfftelt, experimentiert und sucht vor allem nach einem: Perfektion.
Des Meisters Arbeitsplatz befindet sich am Fenster, doch die Rollos sind herabgelassen worden. Die Meisten würden Tageslicht schätzen, aber bei Rohnheimers Arbeit ist das optimale Licht eine schwierigere Angelegenheit. «Das Tageslicht ist zu hell, ich benötige kontrollierbares Licht für meine Arbeit», erklärt er. Zum Geigenbauen braucht es ausserordentlich präzises und modellierbares Licht, eine Leuchte mit großem Aktionsradius, um selbst feinste Maserungen des Holzes ausleuchten zu können. Und auch die Ästhetik sollte nicht zu kurz kommen. Viele Leuchtenmodelle hat er dafür ausprobiert, doch seit einiger Zeit vertraut er nur noch seiner «Lifto LED» von Belux. «Die Beweglichkeit wie die «Lifto» sie hat, ist wahnsinnig wichtig für unseren Beruf. Schliesslich arbeite ich nicht mit Messgeräten, sondern mache alles mit Augenmass.» Bis zu 400 Stunden nimmt sich Rhonheimer Zeit, um aus einem einfachen Stück Holz eine Geige zu bauen. Da ist Präzisionsarbeit gefragt. Und leuchtentechnisch braucht es den perfekten Partner. Für Meister Rhonheimers Zufriedenheit mit «Lifto LED» spricht ein weiteres Argument: «Die ‹Lifto› hat keine Abstrahlungswärme. Wir arbeiten mit Lacken, die mitunter sehr hitzeempfindlich sind. Andere Lichtquellen sind ganz einfach zu heiss.»
Herr Rhonheimer fährt vorsichtig mit den Fingern über die Maserung eines Stück Holzes. «Streiflicht erleichtert das Erkennen von Strukturen der Oberfläche, so wie hier.» Er pausiert kurz, zeigt die Maserung. «Bei einer Wölbung kann man die Abläufe und Übergänge genauestens im Streiflicht erkennen, das ist sehr wichtig.» Während eine Hand die Leuchte ganz nah ans Holz führt und mit einem Schwenk den Lichtwinkel verändert, ist die andere Hand frei zum Hobeln. Herr Rhonheimer und die ‹Lifto› sind ein eingespieltes Team – präzise und verlässlich. Abends fährt er heim, um Zeit mit seiner Familie und dem Hund zu verbringen, nur um dann gegen 23 Uhr zurück in seine Geigenstadt zu kommen. Arbeit ist das für ihn nicht wirklich. «Ich mache das gerne, es ist ganz einfach mein Leben.»